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Geschichte

Posthum bekam Ernst Müller ein großes Kompliment, das er sich zu Lebenszeiten verdient hatte. "Wir alle danken Dir, Ernst. Du warst unser Botschafter für die Plakatkunst", schloss der britische Künstler Paul Peter Piech im Oktober 1993 sein Grußwort anlässlich der Ausstellung "25 Jahre Plakatmuseum am Niederrhein - In Memoriam Ernst Müller." Jene Ausstellung war ein Meilenstein in der Geschichte des PAN. Künstler von internationalem Rang wie Klaus Staeck, Boris Bucan, H.Feliks Büttner, Michael Matthias Prechtl und Uwe Loesch waren beteiligt - etliche widmeten dem kurz zuvor gestorbenen Museumsgründer eine Hommage zum Abschied.

Am Anfang hatte Ernst Müller überhaupt nicht an "große Kunst" gedacht. Der Pädagoge hatte 1968 als Rektor der Emmericher Martini-Grundschule den Kindern eine ästhetische Freude machen wollen. Für den Pausenraum beschaffte er Stellwände, an denen Plakate von Zoos, Messen, Post und Städten gezeigt wurden. Die Idee des PAN war damit geboren. Bald entdeckte Ernst Müller den künstlerischen Reiz des Mediums. 1972 präsentierte das PAN seine erste "Kunstausstellung" - mit Arbeiten von Holger Matthies. Seitdem hat eine Geschichte ihren Lauf genommen, die mit der Eröffnung des neuen PAN kunstforum im Juli 2003 ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht hat.

Plakatbotschaften

Ein gelungenes Plakat liefert "Erkenntnis auf den ersten Blick". Wie kein anderes Medium ist es geeignet, dem Betrachter ohne Umschweife die Augen zu öffnen. Bildnerisch wird der Kern des jeweiligen Geschehens erfasst, der durch eine kurze, textliche Aussage noch untermauert wird. Gerade angesichts der überbordenden Bilderflut der Postmoderne, die dazu führt, dass der Mensch den Überblick verliert, ist das Plakat, das sich auf das Wesentliche konzentriert, von unverzichtbarem Wert. Ob Kunst, Theater, Musik, Politik und überhaupt alle Bereiche des menschlichen Daseins - das PAN verfügt mit seinen rund 95.000 Plakaten über einen unerschöpflichen Fundus an Werken, die eine bewusste Auseinandersetzung ermöglichen, die fernab jeder Reizüberflutung liegt.

Ein gelungenes Plakat verfehlt niemals seine Wirkung auf die Menschen. Nicht von ungefähr hat der Israeli David Tartakover das Medium Plakat unter anderem dazu genutzt, um Oppositionspolitik gegen den damaligen, konservativen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu zu betreiben. Auch ein Klaus Staeck legt stets bildhaft tief und provokant den Finger in die gesellschaftliche Wunde, denn Plakate wirken nicht selten, wie es Uwe Loesch formuliert hat, als "Anschläge auf die rechteckige Fläche im Kopf des Betrachters".

Konzept

Das museale Konzept des PAN ist interdisziplinär angelegt, d.h. die Plakatkunst bildet, im Beuys’schen Sinne, den "Fond", die Basis der Aktivitäten. Von dieser ausgehend wird das Museum ebenso Malerei, Skulptur, Installation, Video, Neue Medien, Performance, Tanztheater etc. in seinen zukünftigen Aktionen und Ausstellungen inszenieren. Zentrales Interesse ist bei diesen gattungsübergreifenden Aktivitäten die Förderung des noch nicht Etablierten und des künstlerischen Nachwuchses. Das PAN versteht sich zugleich als ein Forum für innovative künstlerische Impulse.

Im Mittelpunkt stehen hier Kooperationen insbesondere mit Hochschulen, ebenso aber auch, im Sinne eines Knotenpunktes eines Netzwerkes, mit internationalen Künstlern.

Umsetzung

Der PAN Förderverein des Plakatmuseums am Niederrhein e.V. wurde 1994 gegründet und hat mittlerweile 185 private und Firmen-Mitglieder. Zielsetzung des PAN e.V. ist die Führung des  Museums entsprechend seiner Konzeption sowie die Förderung. Die Stadt Emmerich am Rhein beteiligt sich ausschließlich an den gebäudlichen Folgekosten des Museums.  Der PAN e.V.  hat die Betreiberschaft des Plakatmuseums übernommen und organisiert die Finanzierung der musealen Betreibungskosten eigenwirtschaftlich.

Die Stiftung Plakatmuseum am Niederrhein - Sammlung Ernst Müller wurde am 23. Dezember 1999 durch die Bezirksregierung Düsseldorf genehmigt. Stiftung und PAN e.V. haben gleichermaßen das Ziel, das Museum zu fördern. Entsprechend beteiligt sich die Stiftung an den wirtschaftlichen Betreibungskosten des Museums.

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