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Plakatbotschaften
Ein gelungenes Plakat liefert "Erkenntnis auf den ersten Blick". Wie kein anderes Medium ist es geeignet, dem Betrachter ohne Umschweife die Augen zu öffnen. Bildnerisch wird der Kern des jeweiligen Geschehens erfasst, der durch eine kurze, textliche Aussage noch untermauert wird. Gerade angesichts der überbordenden Bilderflut der Postmoderne, die dazu führt, dass der Mensch den Überblick verliert, ist das Plakat, das sich auf das Wesentliche konzentriert, von unverzichtbarem Wert. Ob Kunst, Theater, Musik, Politik und überhaupt alle Bereiche des menschlichen Daseins - das PAN verfügt mit seinen rund 95.000 Plakaten über einen unerschöpflichen Fundus an Werken, die eine bewusste Auseinandersetzung ermöglichen, die fernab jeder Reizüberflutung liegt.
Ein gelungenes Plakat verfehlt niemals seine Wirkung auf die Menschen. Nicht von ungefähr hat der Israeli David Tartakover das Medium Plakat unter anderem dazu genutzt, um Oppositionspolitik gegen den damaligen, konservativen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu zu betreiben. Auch ein Klaus Staeck legt stets bildhaft tief und provokant den Finger in die gesellschaftliche Wunde, denn Plakate wirken nicht selten, wie es Uwe Loesch formuliert hat, als "Anschläge auf die rechteckige Fläche im Kopf des Betrachters".
Konzept
Das museale Konzept des PAN ist interdisziplinär angelegt, d.h. die Plakatkunst bildet, im Beuys’schen Sinne, den "Fond", die Basis der Aktivitäten. Von dieser ausgehend wird das Museum ebenso Malerei, Skulptur, Installation, Video, Neue Medien, Performance, Tanztheater etc. in seinen zukünftigen Aktionen und Ausstellungen inszenieren. Zentrales Interesse ist bei diesen gattungsübergreifenden Aktivitäten die Förderung des noch nicht Etablierten und des künstlerischen Nachwuchses. Das PAN versteht sich zugleich als ein Forum für innovative künstlerische Impulse.
Im Mittelpunkt stehen hier Kooperationen insbesondere mit Hochschulen, ebenso aber auch, im Sinne eines Knotenpunktes eines Netzwerkes, mit internationalen Künstlern.
Umsetzung
Der PAN Förderverein des Plakatmuseums am Niederrhein e.V. wurde 1994 gegründet und hat mittlerweile 185 private und Firmen-Mitglieder. Der PAN e.V. hat es sich zum Ziel gesetzt, das Museum entsprechend seiner Konzeption aufzubauen, zu fördern und zu etablieren. Da die Stadt Emmerich am Rhein ausschließlich die gebäudlichen Folgekosten des zukünftigen Museums trägt, hat der PAN e.V. die Betreiberschaft des Plakatmuseums übernommen und organisiert die Finanzierung der musealen Betreibungskosten eigenwirtschaftlich.
Die Stiftung Plakatmuseum am Niederrhein - Sammlung Ernst Müller wurde am 23. Dezember 1999 durch die Bezirksregierung Düsseldorf genehmigt. Aufgrund der Tatsache, dass die musealen Betreibungskosten von Verein und Stiftung erwirtschaftet werden, kommt der Stiftung im Finanzierungskonzept des Museums eine besondere, gewichtige Bedeutung zu. Eine entsprechende Dotierung ist bereits in der Umsetzungsphase. Ziel ist die Überführung der jetzigen Förderstiftung in eine Trägerstiftung, mithin eine vollständig eigenwirtschaftliche Museumsfinanzierung."
Veränderungen
Mit dem Jahr 2006 wurden Veränderungen in der Trägerschaft vollzogen. Stiftung und Verein gründeten gemeinsam eine als gemeinnützig anerkannte GmbH als Museumsbetriebsgesellschaft, was ein Schritt zur Professionalisierung der Trägerschaft ist. Entsprechend des Stifterwillens und der Satzung der Stiftung, die zum Ziel haben, ein interdisziplinäres Kunstzentrum zu begründen – welches in der Praxis bereits seit dem Jahr 2003 unter seinem Gründungsdirektor Dr. Martin Müller an der Agnetenstrasse in Betrieb ist – wurde die Stiftung im Jahr 2007 in „Stiftung PAN Kunstforum – Sammlung Ernst Müller“ mit Genehmigung der Bezirksregierung Düsseldorf umbenannt. In den Jahren 2003 bis 2007 wurde im PAN ein vielseitiges Ausstellungsprogramm realisiert, dass hohe Anerkennung und auch Förderung durch das Land NRW erfuhr. Damit wurde eine Basis geschaffen, die dem PAN ermöglicht, für die Stadt Emmerich ein Anziehungspunkt in weiträumigem Rahmen zu werden.
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